Berufsverband der Pastoralreferenten/-innen im Bistum Münster

Lebe,
was du
glaubst
Sage,
was du
denkst
Entdecke,
was du
kannst

Zwischen Banalität und Überforderung

- Kirchliches Sprechen von Gott -

Do. 24.10.2019 - 08.30 bis 16.00 Uhr
KSHG Münster
Frauenstraße 3-6 · 48143 Münster

Klaus Nelißen vom Katholischen Rundfunkreferat NRW, Theologe, Journalist und Pastoralreferent des Bistums Münster, erklärte den 25 Teilnehmenden des Studientages des Berufsverbandes Münster die "Ein Mann beißt einen Hund"-Regel

"Eine gute Predigt ist nicht allein das Ergebnis eines genialen Gedankenblitzes", sagte Nelißen in den Räumen der KSHG Münster. Im Gegenteil, Nelißen geht davon aus, dass das gelingende Sprechen von Gott eine Frage von gut gemachtem Handwerk ist.

Gute Nachrichten rüberzubringen, so dass sie beim Hörer ankommen, braucht Werkzeuge, wie sie eben im medialen Nachrichtengeschäft genutzt werden.

Die erste Regel ist: Welche Relevanz hat das, was ich den Zuhörenden mitteilen möchte? Wo treffe ich das, was Menschen bewegt, bin ich dran am Zeitgeschehen? Dazu muss ich in der Gesellschaft verankert sein, mich in ihr bewegen, Teil von ihr sein - Kirche mitten in der Gesellschaft.

Die zweite Regel lautet: Wie authentisch und echt kann ich meine Botschaft verkünden, oder sage ich das, was man allgemein von einer Predigt erwartet?

Glaube ich eigentlich selbst, was ich sage, darf ich Zweifel und Anfragen formulieren, hinterfragen, oder formuliere ich nur das, was man eben von einer Predigt erwartet?

Die dritte Regel lautet: Sei überraschend anders. Die „Ein Mann beißt einen Hund"-Regel des Journalismus verdreht das schon immer Gehörte und Erwartete in ein unerwartetes Geschehen und erweckt so Aufmerksamkeit. Dass ein Hund einen Mann beißt, kommt vor und haut niemanden vom Hocker, wenn aber ein Mann einen Hund beißt, ist der oder die Zuhörende sofort aufmerksam und möchte wissen, wie es dazu eigentlich kam. "Diese Regel in einer Predigt anzuwenden, scheint schwierig angesichts einer 2000-jährigen Wiederholung der Geburt Jesu in Bethlehem, da ist schon irgendwie alle bekannt und gesagt", bemerkte Nelißen mit Humor.

Zum Glück gibt es ja noch eine vierte Regel: „Werde konkret, bringe dich selbst ins Spiel und spreche nicht abstrakt von Liebe, Gott und Verheißung, sondern sage genau, was du damit meinst. Und werde nicht banal in deinem Sprechen“, mahnte er und erzählte vom Storytelling: "Geschichten prägen sich ein, weil sie Emotionen auslösen, den Zuhörer Identifikation ermöglichen. Die Bibel ist voller Geschichten - was für ein Schatz, mit dem wir umgehen dürfen."

 

Download Material zum Studientag

Klaus Nelißen vom Katholischen Rundfunkreferat NRW konnte gewonnen werden, an diesem Tag zum Thema "Sprache der Verkündigung" zu referieren.
Klaus Nelißen geht davon aus, dass auch das gelingende Sprechen von Gott eine Frage von gut gemachtem Handwerk ist und bringt Werkzeuge ein aus dem Nachrichtengeschäft.
Er ist Theologe, Journalist und Pastoralreferent des Bistums Münster.
www.kirche-im-wdr.de

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